Ferrari in Limousinen-Form: Maserati Ghibli und Quattroporte Trofeo

Vor 2022, dann endet nämlich der Kooperationsvertrag zwischen Maserati und Ferrari, lassen es die Italiener (also die erstgenannten) noch einmal richtig krachen. Und grollen. Und kreischen.

Text: Maximilian Barcelli

Nachdem schon das SUV in der Maserati-Flotte, der Levante, 2018 zum Trofeo graduiert wurde, folgen nun die Limousinen Ghibli und Quattroporte. Hauptingredienz dieser Überdrüber-Versionen: Der 3,8-Liter-V8-Biturbo – made by Ferrari.


Anders als im Levante Trofeo entsendet dieser seine Reitstaffel, die übrigens da wie dort aus 580 edlen Pferden besteht, aber nicht zu allen vier Rädern: Ghibli und Quattroporte sind mit puristischem Hinterradantrieb gesegnet.

Dementsprechend hinken auch die Fahrleistungen denen des Levante hinterher – zumindest ein bisserl: Marschiert das SUV in 4,1 Sekunden von 0 auf Landstraßentempo, so vergehen im Ghibli Trofeo 4,3, im Quattroporte Trofeo 4,5 Sekunden. Das mit dem Hinterherhinken gilt allerdings nur für die Beschleunigung auf Tempo 100: Sind einmal die Hinterradantriebs-bedingten Traktionsprobleme überwunden, stürmen beide Limousinen bis auf 326 km/h. 

Neben den 580 PS steht ein sattes Drehmoment von 730 Nm zwischen 2.250 und 5.250 Touren an. Die Kraft überträgt eine 8-Gang-Automatik von ZF.

Freilich scheuen sich Maserati Ghibli und Quattroporte Trofeo nicht davor, ihre Macht auch zur Schau zu stellen. Zur ohnehin schon ästhetischen Optik gesellen sich CFK- Spoilerelemente, ein neuer Heckdiffusor und Einfassungen am Frontstoßfänger. Der Ghibli Trofeo bekommt außerdem Luftauslässe an der Motorhaube. Abgerundet werden die Topversionen von kleinen Details wie die Italien-Flagge an der B-Säule.

Freilich baut Maserati auch die neusten Infotainmentsysteme in die Trofeo-Versionen ein. Und das Handy kann man jetzt induktiv laden. Aber wen interessiert das schon bei dem Antrieb und Design?

Zwar haftet an den nun auf drei Stück gewachsenen und in den Farben der Trikolore präsentierten Trofeo-Versionen ein bisserl was von „Ende einer Ära“, stehen doch die Motorenlieferungen von Ferrari vor dem Aus. Doch der Abschied fällt nur halb so schwer: Immerhin hat Maserati erst vor kurzem einen eigenen V6-Motor präsentiert. Die Eckdaten des auf „Nettuno“ getauften Aggregats: Drei Liter Hubraum, Turbolader, 630 PS, 730 Nm, Trockensumpfschmierung und eine Höchstdrehzahl von 8.000 Umdrehungen. Außerdem wird der Motor das erste Mal im Sportwagen MC20 zum Einsatz kommen. Hätte also schlimmer kommen können.