• Himmel!

    Motorblock besucht das Ferrari Museum!

Sollte es ihn tatsächlich geben, den Himmel auf Erden, so befindet er sich in Emilia-Romagna, dem nördlichen Mittelitalien. Dort findet man nämlich das Ferrari Museum (sowie das Lamborghinische Pendant)!

Von Karl Jereb

Falls ihr euch schon immer gefragt habt, was die Motorblöcke so treiben, wenn sie sich nicht gerade Offroad im Dreck wälzen, ihre Dauertester auf Herz und Nieren prüfen oder mit reinrassigen Sportwägen auf Reisen gehen, dann seid ihr hier richtig! Motorblock besuchte nämlich nicht nur die Stiere von Sant´Agata Bolognese, sondern nun auch die reinrassigen Cavalli Rampante in Maranello.

Der frühe Motorblock…

…kennt keinen Spaß, wenn´s ums Auto geht! Sieben Stunden dauert die Fahrt von der Bundeshauptstadt ausgehend (rund eine Stunde der Flug) und so standen wir ein wenig früher als üblich auf, um unseren Trip optimal auszukosten. Ein Boxenstopp wurde kurz nach der Grenze zu Italien durchgeführt, und schon der erste Espresso ließ die lange Fahrt lohnend erscheinen. In Maranello angekommen, erfüllte uns die Szenerie mit Ehrfurcht. Man muss sich das ungefähr so vorstellen: um sein Ziel zu erreichen, rattert man mitunter über holprige Pisten, blickt verwundern auf vermeintlich verlassenen Häuschen, die nur mehr vom stützenden Baum daneben gehalten werden (kennen Sie die Szene aus dem fabelhaften Hader-Film „Das ewige Leben“, wo der etwas heruntergekommene Simon Brenner das Haus seines Vaters übernimmt? Ungefähr so sehen die Häuschen rund um Maranello aus.) und sucht, immer ängstlicher werdend, nach Artgenossen. Und plötzlich erscheint am Horizont ein in Rage versetzter Hengst, thronend auf einem Kreisverkehr!

Das Licht am Ende des Tunnels

Kultiviert wie wir sind, versüßte uns der großartige Dave Brubeck mit seinen endlosen Interpretationen von „Take Five“ den Weg dorthin, bevor er, kurz vor Erreichung des Ziels, aufgrund des Navis wieder stummgeschalten wurde. Es war also still im Wagen, sehr still. Das änderte sich sobald wir die Türen öffneten. Wie Odysseus mit dem himmlischen Klang der Sirenen kämpfte, mussten auch wir feststellen, dass Motorsound derart entzückend sein kann, dass man ohne Rücksicht auf Verluste zum Verursacher schweben will. Vier Taxis, zwei Ferraris des Modells Modena und eine ältere Dame im Rollstuhl hätten sich zu einem undefinierbaren Patz transformiert, wäre unsere Geistesstärke nicht derart, durch unseren Job, trainiert dass wir die Ampeln respektierten. Neben dem Ferrari Museum befindet sich nämlich die weltbekannte Teststrecke der Cavalli Rampante, die Pista di Fiorano, wo Größen wie der La Ferrari und der Ferrari SF15-T erprobt wurden. Quasi zu jeder Zeit befindet sich ein Sportwagen auf der Piste und so könnte man eigentlich mit Campingstuhl und Bier bewaffnet den ganzen Tag am Streckenrand verbringen und den schönsten Klängen lauschen. Die Gänsehaut verflog nach einigen Stunden und wir schafften es schließlich ins Ferrari Museum. Pompös, informativ und spannend inszeniert kommt jeder Ferrari-Fan auf seine Kosten. Doch seht selbst, unser talentierter Fotograph hat jedes Detail für euch festgehalten. Viel Vergnügen!

… der frühe Motorblock kennt keinen Spaß, wenn´s ums Auto geht …

Kurze Empfehlung!

Da wir Autos lieben, egal ob groß oder klein, leicht oder schwer, mit viel Power oder mit viel Gemütlichkeit, legen wir euch wärmstens den Besuch beider Museen ans Herz. Nehmt euch einen Tag frei (früh aufstehen!), genießt den fabelhaften Espresso (offeriert an den unzähligen Raststätten) auf dem Weg zum Himmel und schaut euch die wunderbar inszenierte Kunst zweier legendärer Autobauer an. Ihr werdet es nicht bereuen!

Ferrari Museum und Lamborghini Museum