Ayrton Senna

Sein letztes Kart

Ayrton Sennas Kart wird heute am 5. Februar um 14:00 Uhr (GMT) über die Agentur Bonhams versteigert. Allerdings ist das nicht irgendein Fabrikat, sondern das letzte von ihm genutzte.

Von Karl Jereb

Wie fängt man einen Artikel über Ayrton Senna an? „Wow!”, trifft die subjektive Begeisterung nicht im Geringsten. Ein Wahnsinnskerl, dieser gutaussende Brasilianer. Eine Legende. Ein Enthusiast im Gebiet des Motorsports, der Massen an Menschen für diese Extremsportart begeisterte. Dreimaliger Formel-1-Weltmeister und hundertfacher Sieger bei diversen Rennen. Und das in einer Zeit, in der die Rennwagen mit heutigen Boliden so viel gemeinsam haben, wie Unschuld mit FPÖ-Funktionären.

Jähes Ende

Das Ende seiner Karriere besiegelte der tödliche Unfall beim Großen Preis von San Marino im Jahr 1994. Imola ist seitdem Inbegriff einer Tragödie für Motorsportfans weltweit. Die Unfallursache ist bis heute ungeklärt. Obwohl der Konstrukteur des Williams FW16, Adrian Newey, einen Konstruktionsfehler für möglich hält, gibt es noch andere Theorien über das Unfallgeschehen, die dieses mit dem Luftdruckverlust der Reifen, oder zu niedriger Temperatur dieser zu erklären versuchen. Nach seinem Tod, der kurze Zeit nach dem Unfall in der Unfall-Klinik von Bologna diagnostiziert wurde, gründete die Familie Senna diverse Hilfsorganisationen im Namen ihres berühmten Sohnes.

Begeisterung für Karts

Als Sohnemann einer wohlhabenden Familie, konnte Ayrton schon früh seine Begeisterung für den Kartsport ausüben. Es dauerte nicht lange, bis sich der Sprössling einen Namen machte und mit 13 Jahren fuhr er schließlich sein erstes offizielles Kartrennen. Nach mehreren Erfolgen als südamerikanischer Kartmeister, begann auch schon seine Karriere in Europa. Nach der britischen Formel-Ford-1600-Meisterschaft, folgte bald der Einstieg in die Formel 3. Und 1984 schließlich, unterschrieb der damals 24-Jährige einen Dreijahresvertrag bei Toleman. Der Rest ist Geschichte, mit tragischem Ausgang.

Das Kart

Während der junge Südamerikaner schon seine Fühler in die Formel Ford steckte, fuhr er 1981 noch ein letztes Rennen in Italien als Kart-Pilot. Die Weltmeisterschaft in Parma gab den Anlass dafür und direkt nach erfolgreicher Absolvierung dieser, wurde das Kart an den jetzigen Besitzer verkauft. Natürlich ist es an die persönlichen Vorlieben Sennas abgestimmt und lediglich einmal gefahren worden. Ein winziger Hacken dabei ist, dass das Kart ohne Motor verkauft wurde, und nun mit einem identischen, allerdings nicht von Ayrton Senna gefahrenen Motor auskommen muss. Wahre Fans sollte dieser unliebsame Umstand dennoch nicht verschrecken. Ist es doch ein Unikat, vom größten Rennfahrer aller Zeiten gefahren, Ayrton Senna.