• Behouneks Wochenrückschau

    Kalenderwoche 21

Sie haben sich die Woche um anderen Dinge gekümmert, als um die Welt der Autos und Motoren und wollen jetzt ein schnelles Update? Dann sind Sie hier genau richtig! Hier kommt Behouneks Wochenschau KW 21.

von Rainer Behounek

Aufreger der Woche

Die EU verbietet Klappenauspuffe. Oder besser gesagt schließt eine Lücke in der Verordnung Nr. 540/2014 über den Geräuschpegel von Kraftfahrzeugen und von Austauschschalldämpferanlagen. Denn grundsätzlich dürfen Fahrzeuge in der EU und in der Schweiz nur 74 Dezibel laut sein, sportliche Autos ein Dezibel mehr. Die Hersteller bedienten sich bei der Typengenehmigungsprüfung eines Tricks: Während der Fahrzeug-Überprüfung bleiben die Klappen geschlossen um die Lärmbestimmungen einhalten zu können. Ist das Auto dann erst mal zugelassen, kann der Fahrer/die Fahrerin, der/die mit offenen Klappen durch die Gegend böllert, nicht mehr haftbar gemacht werden. Ab 1. Juli 2016 dürfen diese und andere lautstärke-verändernde Maßnahmen nicht mehr im Auto verbaut werden. Ein Sportwagen ohne Sound? Das ist ja wie genagelte Schuhe ohne Klack Klack, oder Daunenjacken ohne Pelzkranz oder Hemden ohne aufgestellten Kragen! Spaß beiseite, stellen Sie sich eine Welt vor, in der Sportwägen entmannt und zum stillen Opfer einer wild um sich schlagenden Obrigkeit werden. Auf der anderen Seite, nämlich in der Wohnung über der Straße, wird sich jemand freuen. Denn auch wenn es im Auto und für Fans herrlich klingt, wenn der 14 Donnergroll-Typ am offenen Wohnzimmerfenster vorbeifährt, dann hängt es einem sicher irgendwann die Kette aus. Wären wir disziplinierter und würden es mit den heißen Kübeln nur außerhalb der Stadt krachen lassen, wär’ bestimmt niemand auf die blöde Idee gekommen, dieses Loch zu schließen, wo es doch gerade hierzulande zig andere Baustellen gäbe.

Thema der Woche

Takata steuert auf einen Totalcrash zu… und das ohne Airbag. Der japanische Airbag-Hersteller hat in den USA die größte Rückrufaktion der Geschichte wegen Problemen am eigenen Produkt ausgelöst. Zur schnellen Erklärung: Ein Airbag wird durch einen Gasgenerator ausgelöst, der elektrisch gezündet wird und das Gas in den Beutel schießt. Gibt es bei dem Vorgang Probleme, etwa ein zu frühes, zu starkes oder zu spätes Auslösen, dann wirkt sich das stark auf die Schutzwirkung aus. Takata räumte nach starkem Druck der US-Behörden ein, dass es bei 33,8 Millionen Fahrzeugen zu Fehlzündungen kommen kann. Bis jetzt sollen 100 Verletzte und mindestens sechs Tote auf das Konto der defekten Airbags gehen. Unsere Nachbarn sehen das weitaus gelassener und halten der Ball derzeit noch flach. Das deutsche Bundes-Kraftfahramt sieht mögliche Probleme bei folgenden Herstellern: Toyota, Lexus, Honda, Mazda, Nissan, BMW, GM und Alpina. Ich unterstelle da jetzt sicher nichts, aber ein derartiges mediales Aufbauschen kennen wir doch aus dem Ami-Land. Man erinnere sich an die Toyota-Attacke. Es scheint so, als ob alles zu einem reißerischen Hollywoodstreifen gemacht werden muss. Natürlich ist es leichter, fremde Problemverursacher an den Pranger zu stellen, die den Blick von brandaktuellen Themen nehmen sollen. Nichtsdestotrotz wird sich laut Meinung von Experten Takata nicht so schnell wieder davon erholen, wenn überhaupt.

Wumms der Woche

Die U.S. Navy stellt ihre erste vollfunktionsfähige Railgun vor. Anders als in Quake 3 oder Half Life ist die Hochgeschwindigkeitswaffe echt, die Leistungsdaten echt atemberaubend. Das Geschoss, das im Normalfall ein so genanntes Wuchtgeschoss ist und ohne Treibladung auskommt, erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu Mach 7 oder 8.400 km/h! Wien – Shanghai in einer Stunde. Oder Schiedlberg – Ernsthofen 360 Mal in einer Stunde. Vereinfacht erzeugen elektromagnetische Impulse zwischen zwei Schienen eine äußerst starke, magnetische Zugkraft, die das Wuchtgeschoss in 10 Millisekunden auf eben Mach 7 beschleunigt. Das Projektil unterliegt natürlich den Gesetzen der Physik und stemmt sich zirka 190 Kilometer lang gegen die Erdanziehungskraft. Bisher hatten Schienenkanonen zwei gewaltige Probleme: Wird ein nicht supraleitendes Metall unter Strom gesetzt, wird es heiß. So heiß, dass sich die Railgun nach ein paar Schüssen in ihre Einzelteile auflöst. Und die Energie, die beim Abschuss entsteht, muss aufgefangen werden. Deshalb und weil die schweren Kondensatoren, die die Energie bereitstellen, irgendwo unterkommen müssen, wird die Railgun auf Schiffen zum Einsatz kommen. Das Geschoss selbst muss irrwitzigen Mengen an Energie und Hitze standhalten, da es mit 20 bis 32 Megajoule verschossen wird. Zum Vergleich: Ein Megajoule entspricht in etwa der Menge an Energie, die man benötigt, um ein 1-Tonnen-Auto auf 160 km/h zu beschleunigen. Noch besser! Eine Lokomotive mit einer Masse von 50 Tonnen und einer Geschwindigkeit von 80 km/h besitzt eine kinetische Engerie von rund 12,3 Megajoule. Bei all dem technischen WOW und der Errungenschaften: Alder Schwede. Da wird einem doch ein wenig mulmig zumute, nicht?

Entdeckung der Woche

Archäologen der Stony Brook Universität in New York haben in Kenia die bislang ältesten Werkzeuge der Welt entdeckt. Dieser 3,3 Millionen alte Stein sieht nicht mal im entferntesten so aus, die Forscher sind sich jedoch sicher: Die scharfen Kanten sind nicht auf natürlichem Wege entstanden, sondern durch gezieltes Bearbeiten. Stimmen die Zeitangaben, gab es also schon Werkzeug weit vor der Gattung Mensch, denn der „Homo“ betrat die große Bühne erst vor rund 2,5 Millionen Jahren. Was das mit Motorblock zu tun hat? Alles! Ohne dem Klumpen Sand gäbe es heute keine Hilti, keine elektrische Zahnbürste, keinen Kreuz-Schrauber, keinen geilen Kompressor und den V8 könnt ma uns auch auf den Bauch pinseln. Deshalb einen herzlichen Dank an unsere die Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-UrUr-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-UrUr-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Väter und -Mütter!

Auto der Woche

Mit dem Fiat 500 Aegea stellt der italienische Konzern eine neue Kompaktlimousine vor, die in über 40 Ländern vertrieben werden soll. Zu uns schafft es der 500 Aegea voraussichtlich 2016, wobei sich bis dahin auch der Name ändern soll. Die 4,50 Meter lange Limousine wird in der Türkei gebaut und… ich höre gerade von der Regie, dass es sich nicht um einen Fiat 500 handelt. Moment mal… soll das etwa heißen, dass die Marketing-Kuh „Fiat 500″ zu Ende gemolken wurde? Nach Cabrio, unsagbar vielen Designermodellen, Sportler, SUV und Van also nicht doch noch eine Limousine auch? Endlich! Den Italienern tut ein neues Modell sicher gut, auf dem Genfer Auto Salon sehen wir mehr.

Video der Woche

So ruled man durch die City, versteht’s!? (Was lernen wir daraus? Mit Geld kann man sich nicht alles kaufen… Würde zum Beispiel) Unbedingt mit Ton anhören!

Motorblock-Schmankerl

Auch wir haben uns mächtig ins Zeug gelegt und neben unzähligen News, Posts, Vids und Pics zwei geile Karren unter die Lupe genommen.

Der Porsche GT3 RS und der Alfa Romeo 4C Spider sind die Drehzahlorgien-Highlights.

Ich habe mir das andere Ende der automobilen Leiter angesehen.

Und der Stalzer haut sich Sand ins Getriebe!

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