Dauertesttagebucheintrag #2

Der Suzuki Swift bricht das Eis!

Während Kollege Stantejsky schon relativ früh amouröse Gefühle gegenüber unserem Dauertester Suzuki Swift hegte, war die Beziehung meinerseits zum frechen Japaner anfangs relativ unterkühlt.

Text: Maximilian Barcelli

Anfangs, denn Meinungen können sich im Leben ziemlich rasch ändern – und zwar nicht nur die Automobilindustrie betreffend. Wie ging dieser wunderbare Spruch noch einmal? Was du heute kannst besorgen…? Nein, falsches Themengebiet. Egal.

Also der Swift und ich hatten es in unseren ersten Beziehungstagen nicht einfach. Man sitzt den ganzen Tag im Büro, freut sich nach getaner Arbeit auf den Weg nachhause mit dem neuen Dauertester und dann wird man nur angeschrien. Dies macht man Falsch, das macht man Falsch, wirklich Recht kann man’s dem Suzuki Swift nicht machen. Doch schon zu diesem Punkt unserer Beziehung, der eigentlich eher von Zweifeln geprägt war, überraschte mich der kleine Japaner mit seiner unglaublichen Spritzigkeit im städtischen Verkehr.

Der Ursprung dieses Grauens ist übrigens der Notbremsassistent, den es für saftige 2.000 Euro Aufpreis gibt. Meine Empfehlung: Lasst die Finger davon. Wenn ihr durchgehend rüpelhaft und unbegründet angepiepst werden wollt, dann bitte. Greift zu. Doch wenn euch das keine Freude bereitet, lasst dieses Assistenzsystem beim Kreuzerl machen aus. Dann nämlich offeriert euch Suzuki einen spaßigen City-Flitzer, mit dem ihr euch wie ein Einser durch den Verkehr in der Rush Hour wuseln könnt.

Für mich und den Swift ging es schließlich zur Paartherapie mit erfolgreichem Resultat: Das Erste, was meine Wenigkeit nach dem Startvorgang deaktiviert, ist mittlerweile – ihr ahnt es schon – die Notbremsfunktion. Es war ein Befreiungsschlag – und hat meine voreingenommene Sicht auf die Dinge relativiert. Wir tauten auf, der Suzuki Swift und ich. Mit jedem Kilometer wuchs mir dieser grundsympathische Japaner mehr ans Herz. Wieso? Weil der Swift in seiner Gesamtheit ein richtig feines Fahrzeug ist. Für nicht einmal 14.000 Netsch bietet Suzuki ein Auto an, welches dermaßen viel Lebensfreude in sich trägt, dass sich selbst der tristeste und grauste Wintertag wie ein sonniger Tag im Frühling anfühlt.

Die Gänge werden mit einer tollen Schaltung händisch sortiert und der Motor hat eine unglaubliche Vitalität. Dass das Lenkrad unten abgeflacht ist, steht dem Swift besser als so manchem Sportwagen. Grundsätzlich gibt es im Interieur wenig zu sudern, vielleicht hätte man den Raum zwischen den beiden Sitzen vorne noch etwas besser nutzen können, aber sonst? Keine Mankos. Das viele Plastik verzeiht der gute Preis, der Touchscreen ist angenehm zu bedienen und die Armaturen sehen im perfekten Maß sportlich aus.

Ja, er weiß zu gefallen. Sowohl optisch, als auch fahrerisch. Möchte man den Suzuki Swift mit einem Attribut beschreiben, fällt einem das leicht: Der quirlige Japaner hat das, was man dem Hersteller Mini nachsagt: Ein grandioses Go-Kart-Feeling. Und das, zu einem (im Gegensatz zu Mini) Mini-Preis.