E-Power fürs Dragrace

Chevy baut einen elektrischen Camaro

Ironisch. Dragraces stehen wie sonst kein Rennsport für sinnlosen Spritverbrauch, rohe Gewalt und ohrenbetäubenden Lärm – also ganz nach dem Geschmack der Amerikaner. Doch jetzt baut ausgerechnet Chevrolet, ein Muscle Car-Hersteller der ersten Stunde, einen elektrischen Drag-Camaro. Der heißt Camaro eCOPO und verbraucht keinen Tropfen Benzin, funktioniert mit hochkomplexen Stromkreisen und ist flüsterleise. Ach ja, außerdem ist er auch noch schneller als die traditionellen Boliden.

Text: Jakob Stantejsky

Auf der Tuningmesse SEMA in Las Vegas finden sich jedes Jahr allerhand durchgeknallte, hochgezüchtete Automobile. Doch traditionell handelt es sich dabei eher um trinkfreudige Verbrenner. Chevrolet hat dieses Jahr allerdings den Camaro eCOPO mitgebracht – ein völlig auf E-Power umgekrempeltes Muscle Car, das die Viertelmeile in unfassbaren neun Sekunden zerreißen soll. Der gehypte und eigens für den Dragstrip entwickelte Dodge Demon kommt da nicht ran. Weltrekord wäre das nicht, schon klar. Aber für einen Erstversuch ist es doch eine verdammt imposante Zahl, wenn es auch eigentlich logisch und mittlerweile Allgemeinwissen ist, dass Elektroautos dank des vollen Drehmoments ab null Umdrehungen gerade bei der Beschleunigung unaufhaltsam sind.

Zwei Elektromaschinen erzeugen im Camaro eCOPO jedenfalls insgesamt 813 Nm Drehmoment und 710 PS. Dabei wurde übrigens so wenig am Antriebsstrang und an dessen Ankoppelung zum Restatuto wie möglich verändert, was den spannenden Nebeneffekt hat, dass man die E-Umrüstung theoretisch in jedem GM-Auto veranstalten könnte. Ich denke da an eine E-Vette beispielsweise… Wäre zwar vielleicht ein noch größerer Traditionsbruch als der teuflisch schnelle Camaro eCOPO, aber eben auch mindestens genauso lustig.