Der natürliche Feind?

Kängurus gegen autonomes Fahren

Hersteller auf der ganzen weiten Welt basteln eifrig an ihren Konzepten fürs autonome Fahren und machen vor allem in den letzten Jahren immer größere Fortschritte. Doch jetzt baut sich ein ganz besonderes Hindernis vor ihren Bestrebungen auf, wie Volvo bei Testfahrten in Australien feststellen musste: Die Kängurus.

Text: Jakob Stantejsky / Fotos: Tom Brakefield/Getty, Volvo

Die Fußgängererkennung findet sich mittlerweile in vielen Autos wieder und leistet gute Dienste, wenn es um den oft chaotischen Stadtverkehr geht. Doch nicht alle Lebewesen bewegen sich so angenehm gleichmäßig und prominent aufragend fort wie der Mensch. Deshalb entwickeln Autohersteller wie Volvo Programme wie das „Large Animal Detection System“, das auch die Bewegungsmuster und Körperformen vieler Tiere erkennt, die eben manchmal auf der Straße auftauchen – wenn auch nicht unbedingt im Stadtverkehr. Solche Vorrichtungen sind natürlich besonders dann unabdingbar, wenn Autos denn wirklich bald selbst fahren können sollen, sonst scheppert es bei jedem Wildwechsel.

Nachdem die Schweden mit ihren Ergebnissen bezüglich der heimisch-schwedischen Fauna zufrieden sein konnten, begaben sie sich mit ihrem Prototypen nach Australien und siehe da: Das Gehoppel der Kängurus stellt das LADS vor schier unlösbare Probleme. Kevein McCann, Volvo-Zuständiger in Australien, beruhigt jedoch: „Wir entwickeln ein Auto, das Kängurus erkennen kann.“ Für uns mag sich die ganze Geschichte ziemlich komisch anhören, doch Down Under sind Kängurus in 90 Prozent aller Wildunfälle verwickelt und daher ist Volvos Problem durchaus ein ernstes. Und auch wenn wir sicher sind, dass die Schweden alles bald im Griff haben werden – wäre das nicht irgendwie ein schöner Gedanke: Kängurus verhindern autonomes Fahren in Australien. Die Natur wehrt sich eben doch immer.