Möge der M-acht mit dir sein

Der BMW M8

BMW schärft den Achter nach und erhöht den Druck auf Porsche & Co: Nachdem schon das Serienmodell gleichermaßen auf Luxusliner wie das Coupé der Mercedes S-Klasse und Sportwagen wie den 911 zielt, verschiebt die M GmbH den Maßstab jetzt noch ein bisschen weiter auf die sportliche Seite und schickt die Haute Vollée mit Coupé und Cabrio des M8 zum HIIT-Training. Denn wer im Herbst mit einem der beiden Sportler im Smoking vom Hof seines Händlers fährt, der startet tatsächlich zu einem Training mit höchster Intensität und lässt sich die Länge der Intervalle allenfalls vom Tankwart diktieren.

Von Thomas Geiger

Schrittmacher ist dabei ein Motor, der zurecht als Sahnestück der M GmbH gilt: Der 4,4 Liter große V8-Twinturbo, der auch im M5 zum Einsatz kommt. Er leistet im Rest der Welt schon imposante 600 PS und 725 Nm, kommt bei uns aber nur als „Competition“ und spendiert der Kundschaft damit gleich noch einen Nachschlag: 625 PS stehen dann im Datenblatt und auch wenn sich am Drehmoment nichts ändert, sieht die Kurve der Anzugskraft ein bisschen anders aus und der Achtzylinder hält das Maximum bis 5.800 Touren. Außerdem gibt es für den Competition eigene Motorlager, die für eine noch steifere Anbindung und einen besseren Kraftschluss sorgen.

Die Fahrleistungen sind entsprechend atemberaubend. Denn obwohl der Achter auch in der M-Version eine Luxuslounge aus Lack und Leder bleibt, beschleunigt er wie ein puristischer Spitzensportler: Das Coupé hat die 100 nach 3,2 Sekunden hinter sich gelassen, das Cabrio schafft das in 3,3 Sekunden und Schluss ist nur formal bei 250 Sachen. Mit dem M Drivers Package bekommt der Achter Auslauf bis 305 km/h und fährt so vielen Sportwagen locker und lässig davon.

Wie der Motor stammt auch der Rest des Antriebs aus dem M5. Das gilt für die rasend schnelle Achtgangautomatik mit den individuell regulierbaren Schaltzeiten genauso wie für den Allradantrieb, mit dem ziemlich stufenlos zwischen Sicherheit und Spaß spielen kann. Denn im Standard-Setup fährt der M8 damit wie auf Schienen, wird im Sport-Modus ein bisschen agiler und leichter auf der Hinterachse und mit abgehängter Vorderachse zu einer Heckschleuder alter Schule, versprechen die Ingenieure.

Garniert wird das Ganze mit einem Design, das nur so vor Kraft strotzt. Schon der normale Achter ist mit seiner endlos langen Haube, den lasziv ausgestellten Hüften und dem verführerisch breiten Hintern eine Provokation für die vornehme PS-Elite. Doch nach dem Bodybuilding in Garching wird der Zweitürer zum ausgestreckten Mittelfinger, der sich nur noch der Form halber in Samt und Seide hüllt. Natürlich sind sie bei der M GmbH noch immer sauer, dass sie anders als AMG mit dem GT oder Audi Sport mit dem R8 keinen eigenen Sportwagen bauen dürfen. Doch mit dem M8 schwimmen sie sich wieder ein Stückchen weiter frei und kanalisieren ihren Frust in einer faszinierenden Fahrmaschine.

Und dabei sind sie nicht nur mit dem Faszinationswert und den Fahrleistungen auf Augenhöhe mit der Konkurrenz, sondern auch in einer Disziplin, die sehr viel nüchterner ist: Beim Preis. Denn los geht es für die Competition-Varianten bei 168.000 Euro für das Coupé und 176.000 Euro für das Cabrio.