Rund 90 Prozent der in Österreich neu zugelassenen Seat Alhambra sind Firmenwagen. Neben den steuerlichen Vorteilen eines Vans macht ihn aber hauptsächlich seine ungeschlagene Multifunktionalität zu „Unternehmer´s Choice“.

Text: Philipp Stalzer

Das Firmenwagenthema ist in fast allen Firmen ein heiß diskutiertes, viel Emotion schwingt bei dem Thema immer mit. Doch als smarter Unternehmer kann man seine Mitarbeiter in Österreich eigentlich nur mit einem Minivan ausstatten. Die Vorteile für die Firma: das Auto ist seriöse, grundsolide und Vorsteuerabzugsfähig, das heißt 20% aller Ausgaben das Auto betreffend werden gespart. Die Vorteile der Mitarbeiter: ein multifunktionelles Vehikel, das die Urlaubsreise mit der Familie, den samstäglichen Besuch im Möbelhaus oder die täglichen Kundenbesuche so bequem wie möglich macht. Ein Konsens, auf den man sich gerne einigt, der Sinn macht. Nach der Modellüberarbeitung nun noch ein paar Nuancen mehr.

Flüsterkönig und Infotainmentprofi

Auch wenn mit den meistverkauften Motorisierungen (2-Liter 4-Zylinder Diesel mit 115 oder 150 PS) konzeptbedingt keine Laufruhe-Olympiaden zu gewinnen sind – der Alhambra ist so aufwändig gedämmt, dass vermutlich nicht mal ein 1-Zylinder Dieselmotor aus einem Steyr-Traktor der 50er Jahre akustisch negativ auffallen würde. Lange Strecken bei Autobahntempo sind mit dem Alhambra ein Genuss. Das hintergründige Rauschbrummen untermalt die Fortbewegung von A nach B deutlich weniger als die aufgedrehte Soundanlage, die nun über eine neue Generation von Headunits bespielt wird.

Die Schlagworte dahingehend: Connectivity, Spiegelung der Handyinhalte (Apple CarPlay, Google Auto und MirrorLink) und kapazitive Touchscreens mit einer schnell reagierenden Software. Handy und Auto nähern sich mit diesem Zwischenschritt wieder eine Spur mehr an. Man merkt: der Alhambra zielt mit präzisen Details auf die Berufs- und Vielfahrer, wie andere neue Ausstattungsfeatures ebenso beweisen.

Jetzt sehe ich die weite der Wüste vor mir, doch begreifen kann ich die Distanzen nicht. Es fühlt sich trotz der festgezurrten H-Gurte, dem engen Schalensitz und dem heißen Rennoverall plötzlich nach purer, grenzenloser Freiheit an.

Neue Features für mehr Langstreckenkomfort

Mit den sparsamen EU6-Motoren und einer dadurch möglichen Reichweite von rund 1000 Kilometer mit einem Tank kann man richtig viel Strecke an einem Stück abspulen. Um dabei nicht zu ermüden ist die Aufpreisliste nun mit neuen Gimmicks gefüllt, die auf Langstrecke Freude machen.

Der Fernlichtassistent übernimmt bei Nachtfahrten das Auf- und Abblenden, das einstellbare Fahrwerk hat dann zusätzlich zur „Normal“-Auslegung einen Komfort- und einen Sportmodus und der ohnehin sehr hochwertige und ergonomisch einwandfreie Sitz kann neuerdings um eine Massagefunktion erweitert werden. Wer oft aus- und wieder einsteigt freut sich über das schlüssellose Zugangssystem. Die Modellauffrischung wird durch neue Designs bei den Leuchten, Alurädern, Sitzstoffmustern sowie Interieurleisten abgerundet.

Der Steuerfaktor beim Seat Alhambra

Wie anfangs erwähnt ist aber eben nicht nur der runde Charakter des Raumgleiters dafür verantwortlich, dass er voll in die Business-Schiene (und meist anschließend, als junger Gebrauchter, die Familien des Landes befördert) schlägt. Die in Österreich seltsamen Vorschriften, wie ein adäquater Firmenwagen auszusehen hat, spielen dem Alhambra in die Hände. Er ist dank seiner Größe Vorsteuerabzugsberechtigt, was den Einstiegspreis von 32.390 Euro für den 115 PS-TDI in der Basisausstattung „Business“ (weiters noch „Exekutive und „GT“ bestellbar) gleich mal um die Mehrwertsteuer verringert. Weiterer Clou, um auch nach der Steuernovelle die Dienstwagen betreffend, Mitarbeiter´s Liebling zu bleiben: mit unter 130 Gramm CO2-Emission pro Kilometer als 115 PS und 150 PS-TDI (ohne optionalem Allradantrieb) bleibt der Seat Alhambra haarscharf unter der Grenze, die den Hinzurechnungsbetrag von 1,5 auf 2% steigen lassen, den Dienstwagen also für die eigene Tasche empfindlich teurer werden lassen. Bis 2017 soll das mal unangetastet bleiben – ob der Alhambra per se auch unangetastet bleibt, wird der Launch des mittlerweile einzigen Konkurrenten außerhalb des Konzerns, der Ford Galaxy, im Herbst klären.