Weil der Teufel niemals schläft…

So entkommt man einem sinkenden Auto

Niemand möchte sich in einem Unfall wiederfinden, doch mit dem Auto in irgendein Gewässer zu stürzen, gehört zu den besonders schlimmen Horror-Szenarien. Gemeinsam mit Tech Insider erklärt Motorblock, wie man sich im Fall der Fälle richtig verhält.

by Patrizia Zernatto

Eine Horror-Vorstellung für jeden Autofahrer

Es kann schneller geschehen, als es uns lieb ist: Man kommt von der Straße ab und das Auto stürzt in einen See oder einen reißenden Fluss. Doch wie verhält man sich im Ernstfall? Wartet man, bis man am Grund angekommen ist und man (hoffentlich) gerettet wird oder ergreift man doch aus eigener Kraft die Initiative?

Bevor wir das Verhalten im Ernstfall genau erklären, möchten wir jedoch festhalten, dass jede Unfallsituation ein wenig anders verläuft. Je nach Geschwindigkeit, Fallhöhe oder Aufschlagwinkel kann es sein, dass man mehr oder weniger hart auf der Wasseroberfläche aufschlägt und auch das Eintauchen passiert nicht immer gleich schnell oder gleich tief. Auch die Tageszeit spielt eine wichtige Rolle bei einem solchen Unfall, denn tagsüber hat man meist größere Chancen auf schnelle Hilfeleistung.
In der Regel schwimmt das Fahrzeug, ganz gleich ob mit nach unten oder oben zeigenden Rädern, allerdings immer ein wenig am Wasser, bevor es untergeht. Da der Motor der schwerste Teil des Autos ist, sinkt das Fahrzeug dort am schnellsten in die Tiefe, jedoch kann es beim Sinkvorgang auch zu unvorhersehbaren Dreh- oder Kippbewegungen kommen.
Die meisten Katastrophen passieren aus Panik und Unwissen, was mit dem Auto unter Wasser passiert, daher sind ein kühler Kopf, ruhiges Atmen und rasches Reagieren das A und O. Natürlich ist das leichter gesagt als getan, doch durch die Spalten der Karosserie dringt das Wasser, falls die Scheiben noch intakt sind, meist relativ langsam ein.

Aber wie kann man sich nun selbst aus einem sinkenden Wagen befreien?
Vor allem, wenn alle Insassen bei Bewusstsein sind, ist es sicherer (und auch logischer) das Auto so schnell wie möglich zu verlassen.


Falls das Fahrzeug noch auf dem Wasser schwimmt, sollte man sofort versuchen die Türen zu öffnen und den Wagen zu verlassen. Allerdings dürfen die Türen nur dann geöffnet werden, wenn sich auf den Rücksitzen keine Passagiere (wie festgegurtete Kinder) befinden, da das Wasser sonst sehr schnell eindringen kann. Auch ein vorhandenes Schiebedach kann als Ausweg genutzt werden, jedoch ist das nur oberhalb der Wasseroberfläche leicht möglich, da unterhalb der eindringende Druck meist zu hoch ist.


Laut der Empfehlung von Spezialisten sollte man die Tür aber besser in Ruhe lassen und sich auf das Seitenfenster (nicht die Windschutzscheibe) konzentrieren, denn wenn das Auto einmal angefangen hat zu sinken, ist es kaum noch möglich, die Tür zu öffnen. Die Fahrzeugelektronik wird im besten Fall noch einige Minuten nach dem Sturz funktionieren und so kann man versuchen, das Fenster damit zu öffnen. Bei zwei Passagieren auf den Vordersitzen sollten die Seitenfenster gleichzeitig geöffnet werden. Wenn man das Fenster nicht öffnen kann, musst man versuchen, es mit einem schweren bzw. spitzen Gegenstand, den Füßen oder einem speziellen Scheibenhammer zu zerbrechen. Falls sich Kinder im Auto befinden, muss man sich vor dem Öffnen des Fensters allerdings um die Kleinsten kümmern, um nicht bei hereinströmenden Wasser in Hektik zu verfallen.


Es gibt verschiedene Theorien, ob man den Sicherheitsgurt vor oder nach dem Zerschlagen der Scheibe lösen soll. Das kommt im Endeffekt auf die Situation an, denn in einigen Fällen kann das Lösen zur Desorientierung unter Wasser führen. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Variante sicherer ist. Falls der Gurt sich nicht öffnen lässt, können scharfe Gegenstände oder ein spezieller Gurt-Cutter (erhältlich im Fachhandel) hilfreich sein.


Wenn möglich, wird nun tief eingeatmet und sobald der Weg nach draußen offen ist, schwimmt man durch das zerbrochene Fenster aus dem Wagen und zur Wasseroberfläche. Am besten drückt man sich dabei vom Auto ab und falls man nicht weiß, in welche Richtung man schwimmen soll, sucht man nach Licht oder verfolgt die nach oben steigenden Bläschen. Auch wenn die Panik überhandnimmt, ist es essentiell, auf seine Umgebung zu achten, da die Strömung oder Hindernisse zu gefährlichen Verletzungen führen können. Falls es die Zeit zulässt, ist es auch hilfreich, Kleidung und schwere Dinge abzulegen, bevor man sich befreit. Je weniger Kleidung man trägt, desto leichter ist das Schwimmen.


Auch bei allem Vorwissen sollte man natürlich alles daran setzen, sich niemals in einer solchen Horror-Situation wiederzufinden, doch zumindest sind wir nun alle ein klein Wenig darauf vorbereitet.

Photo & Video Credit: Tech Insider