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Dacia Sandero: Billig, doch nicht altbacken

Nein, er ist nicht der billigste im Land. Denn ein paar Minis aus Fernost werden zum Teil noch günstiger verkauft. Doch bei kühlen Rechnern kann man mit einem Mitsubishi Colt kaum landen, sondern für sie gab und gibt es kein besseres Auto als den Dacia Sandero. Nicht umsonst ist die Renault-Tochter mit dem kleinen Auto für kleines Geld binnen acht Jahren zu einem der stärksten Importeure im Land geworden. Doch ewig lässt sich bewährte Technik auch bei einer Billigmarke nicht verkaufen und selbst der längste Modellzyklus neigt sich irgendwann dem Ende zu. Deshalb haben die in den Rotstift verliebten Rumänen jetzt eine neue Generation für ihr Einstiegsmodell entwickelt und sind dabei in die Vollen gegangen: Mit einem vergleichsweise liebevollen und aufwändigen Design samt serienmäßiger LED-Signaturen im Bug und praktischen Bügelgriffen an den Türen, mit einer neuen Plattform, einer Handvoll Assistenten und sauberen Motoren wollen sie beweisen, dass billig anders als etwa beim Mitsubishi Colt nicht gleich altbacken sein muss. Los geht es noch vor dem Jahreswechsel und viel mehr als 8.000 Euro dürfte das Basismodell nicht kosten.

Von Thomas Geiger

Die technische Basis für den außen kaum gewachsenen, innen aber etwas geräumigeren Sandero, den es in etwas abgelegeneren Märkten weiter im Osten und im Süden auch wieder als Logan mit Stufenheck geben wird, bildet der neue Clio. Der überlässt seinem billigen Bruder nicht nur die Plattform, sondern unterstützt auch mit der Ausstattung. So gibts ein neues Touchscreen-Infotainment und eine Reihe elektronischer Helfer von der automatischen Notbremse bis hin zum Parkhelfer mit Rückfahrkamera oder der Überwachung des Toten Winkels. Und auch auf Komfort müssen Knauser nicht mehr gänzlich verzichten: Auf Wunsch baut Dacia eine Klimaautomatik ein und zum ersten Mal sogar ein elektrisches Glasdach. Außerdem gibt es vornehme Extras wie eine Karte statt Schlüssel und eine elektrische Handbremse sowie für Schaltmuffel eine stufenlose Automatik.

Nur viel mehr Platz gibts mit der neuen Plattform nicht: Die Länge ist mit 4,09 Metern nahezu unverändert und mit ihr die Proportionen. Doch immerhin haben die Entwickler etwas mehr Kniefreiheit für den Fond geschaffen und den Kofferraum von 310 auf 328 Liter vergrößert.

Unter der Haube steckt einzig ein 1,0 Liter großen Dreizylinder-Benziner, den Dacia in zwei Leistungsstufen anbietet: Als Sauger mit etwa 66 und als Turbo mit rund 90 PS. Und statt eines Diesels bieten die Rumänen noch eine bivalente Version mit Flüssiggas-Umrüstung an, die dann sogar auf 100 PS kommt und trotzdem rund zehn Prozent weniger CO2 ausstößt.

Leicht wird es der neue Sandero nicht haben. Denn auch wenn Dacia seinen Bestseller gründlich modernisiert hat und sich trotzdem keinen großen Preisaufschlag leisten wird, fehlen dem Billigheimer vor allem bei den Motoren ein paar zukunftsgewandte Technologien und über kurz oder lang werden die Rumänen nicht um Mild- oder Vollhybrid herumkommen. Doch fürs erste sind sie mit dem aktuellen Modell selbst für steinige Pfade und schwere Strecken bestens gerüstet. Denn parallel zum normalen Sandero gibt’s auch wieder einen Stepway mit erhöhter Bodenfreiheit und robusten Planken am Blech. Damit wird er seinen Weg schon behaupten.

Jakob Stantejsky

Freut sich immer, wenn ein Auto ein bisserl anders ist. Lieber zu viel Pfeffer als geschmacklos.

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