Alford Mustangietta

Der FNM Onça: Mustang auf italienisch

Man könnte ihn grad für das schnittige Pony Car aus Übersee halten. Tatsächlich ist der FNM Onça aber nichts anderes als ein Alfa Romeo mit unitaliensichem Blechkleid. Was ist da nur passiert?

Text: Tizian Ballweber

Fábrica Nacional de Motores, kurz FNM, klingt weniger nach Italien und mehr nach Brasilien. Und da kam der Hersteller von Motoren und Kraftfahrzeugen auch her. 1949 wurde ein Lizenzvertrag mit Isotta Fraschini, einem italienieschen Autohersteller, abgeschlossen. Das kurze Gastspiel wurde dann durch Alfa Romeo beendet, bzw. stiegen die ein, als Isotta Fraschini aus wirtschaftlichen Gründen aufhörte. FNM war dadurch lange Zeit der größte Hersteller von LKWs in Brasilien. Viel interessanter als die Laster Geschichten ist aber der Onça.

Der Onça basiert auf der Plattform des Alfa Romeo 2000, der auch bei FNM als 2000er für den brasilianischen Markt vom Band lief. Der Onça war aber eine eigene Entwicklung von FNM. Man nehme die Form des Mustang, fügt die Front eines Alfas hinzu und gibt dem ganzen den Namen Onça, was übersetzt „Jaguar“ bedeutet. US-Design, Italo-Technik und englischer Traditionsname: eine wunderbar eigenartige Mischung.

Von 1966 bis 1968 liefen sagenhafte zehn Stück vom Band. Aus einem 2 Liter Motor wurden 130 PS gepresst. Dazu gab’s eine 5-Gang Schaltung, Trommelbremsen an allen Rädern und einen Topspeed von 175 km/h. Den Daten zu urteilen ein ziemlich spaßiges Auto für die damalige Zeit.

Leider ging es mit FNM bergab. 1986 wurde FNM bei Fiat integriert und zwei Jahre später der Markenname durch IVECO ersetzt.