Kann eine Batterie aus 500 Zitronen ein Auto starten?

Wir alle haben schon einmal ein Experiment gesehen, bei dem jemand Strom mit einer Zitrone erzeugt hat. Dafür muss man kein Hexer sein, sondern einfach nur ein Kupferkabel und beispielsweise einen Gegenstand aus Zink in die Frucht stecken. Die Säure der Zitrone erledigt den Rest und durch die unterschiedlich starke Ionenaufladung entsteht ein bisschen Strom. Doch kann man so auch ein Auto starten?

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Garage 54

Mit einer einzelne Zitrone wird der Spaß garantiert nix, soviel war den wissenschaftlichen Fachkräften bei Garage 54 von vornherein klar. Denn obwohl eine halbe Zitrusfrucht zwar schon ein knappes Volt an Spannung erzeugt, ist die Stromstärke verschwindend gering. Die experimentierfreudigen Russen gingen daher auf Großeinkauf und präparierten 70 Kilogramm Zitronen (rund 500 Stück) so, dass eine einzige Gigabatterie entstand. So ein „Gerät“ spuckt dann immerhin 13,5 Volt und 1.500 Milliamper aus. Rein spannungstechnisch wäre das schon genug, um ein Auto zu starten, doch die Stromstärke ist immer noch viel zu niedrig. Denn eine Fahrzeugbatterie braucht ungefähr 100 Amper, damit sie anspringt.

Anders gesagt: Um mittels Zitronen ein Auto zu starten, müsste man eine Batterie aus rund 33 Millionen Früchten basteln, was knapp 5.000 Tonnen Material entspricht. Theoretisch wäre das ja möglich, allerdings braucht man dafür eine ganze Mannschaft. Denn da das Zink bereits nach rund einer halben Stunde zu oxidieren beginnt, muss der Batteriebau extrem flott erledigt werden. Vermutlich werden wir also nie sehen, wie dieses Experiment gelingt. Aber hey, immerhin ein LED-Lämpchen bringen die Russen zum Leuchten. Das war die mühsame, stundenlange Arbeit sicher wert.