• P.S.Hunter live from California

P.S.Hunter und Carrol Shelby’s GT350

Beauty and the Beast

Hier stellt sich bloß eine Frage: Wer ist die Beauty und wer das Biest? Klare Antwort: Der Shelby GT350 UND die Cobra – beides ein und dasselbe. Kaum ein anderes Auto hat solch einen sexy Body und ist gleichzeitig so ein giftiges Gerät auf den Straßen.

Lady in the Garage and Freak on the Street

Ist sie nicht wunderschön? Eine richtige Augenweide. Kaum ein Muscle Car fasziniert mich so sehr wie die Shelby Cobra und der Grund dafür ist ganz einfach erklärt – keine Kompromisse. Perfekte Linienführung, traumhafter V8-Sound, sportliches Handling und ehrliche Muskelarbeit nicht nur unter der Motorhaube, denn auch hinter dem Holzlenkrad wird einiges an fahrerischem Können verlangt. Jedenfalls dann, wenn man dieses Biest unfallfrei und grazil über die kalifornischen Küstenstraßen jagen möchte. Der GT350 ist zwar nicht das absolute Spitzenmodell, aber das ist nur ein kleines, relativ schmerzfreies Detail am Rande, denn ein Eye-Catcher ist er allemal. 

“…was für ein Eye-Catcher!“

Es war einmal…

…ein texanischer Hühnerzüchter, der irgendwann doch, weit abseits von Fried Chicken und Co., seine wahre Berufung als Rennfahrer fand. Die Rede ist von Carroll Shelby, der den Fastback Mustang zu einem Tourenrennwagen umbaute und damit über ein paar kleine Umwege den Shelby GT350 zum Leben erweckte. Dass der eine solche Legende werden sollte, davon konnte selbst Ex-Farmer Carroll nur geträumt haben.

Knapp 50 Jahre später…

…stehe ich nun vor einem der seltenen, noch originalen GT350 und darf die Lady genauer unter die Lupe nehmen. Im Gegensatz zum Standard-Mustang bekam die Cobra ein verstärktes Fahrwerk, einen Fächerkrümmer, verstärkte Rennbremsen und zusätzliche Schubstreben an der Hinterachse. Damit der modifizierte 289er-Motor auch seine ganzen 306 Pferde ausnutzen konnte, gab es noch eine Polyestermotorhaube mit Lufthutze oben drauf und zur Belüftung noch Kühlschlitze an der Seite. Hier steht kein Pony im Stall, hier schlängelt sich eine giftige Cobra in Form von Racing-Streifen über die gesamte Länge des Wagens. Wem das alles nicht genug Respekt einflößt, der erkennt deutlich am „dezenten“ GT350-Schriftzug, dass man an sich hier leicht die Finger verbrennen kann.

Darf ich dich behalten?

Von außen war der GT350 ja schon ein Highlight, aber sobald man mal in diesem Renner sitzt, ist es schwer sich vorzustellen, dass man auch wieder aussteigen muss. Trotz des stolzen Alters sitzt man dank Ledersitzen außerordentlich bequem, das schlanke Shelby Holzlenkrad liegt unerwarteter Weise richtig gut in der Hand, aus dem AM/8-Track Autoradio trötet die Musik in ausgesprochen guter Qualität. Wenn man sich ein wenig umsieht, dann findet man noch andere Luxusdetails, wie beispielsweise den mit Teppich in Wagenfarbe ausgekleideten Kofferraum. Nach dem Starten des Motors und dem ersten, noch zaghaften Tritt auf das Gaspedal war es allerdings ganz aus mit mir und als ich nach der Testfahrt am Heimweg war, fuhr ich absichtlich so langsam, dass ich von einem Toyota Prius überholt wurde. Ich würde das normalerweise eigentlich als persönlichen Angriff werten, aber hey, ich wollte dieses wendige blaue Schmuckstück einfach nicht mehr zurück bringen.

… Hier steht kein Pony im Stall,
hier schlängelt sich eine giftige Cobra über
die gesamte Länge des Wagens.

Bobby and Sue are renting a Race Car

„Bobby, haben wir Pläne fürs Wochenende? Oder einfach wie immer – Samstagmorgen arbeiten wir an unserem miserablen Golfspiel mit den Millers, Dinner Party am Abend mit furchtbaren Snacks und ekelhaftem Wein bei den Browns und Sonntag derselbe lahme Brunch mit den Smiths?“ – „Nein, Sue, dieses Wochenende lassen wir es krachen und leihen uns einen Rennwagen aus!“

So oder so ähnlich muss es sich in amerikanischen Vorstadthäuschen angehört haben, als Hertz die ersten Shelby GT350H zum Mieten auf den Markt brachte. Wochenend-Auto-Enthusiasten gab es zu dieser Zeit genug, denn den meisten Amerikanern ging es in den 60er-Jahren noch richtig gut. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass es Mr. und Mrs. America damals nicht anders ging als mir auch – man möchte das Shelby Spielzeug einfach am liebsten behalten.

Von Hobby-Rennfahrern und Sonder-Modellen

Die Hertz Cobra ist noch heute leicht zu erkennen – schwarze Lackierung und goldene Rennstreifen mussten es sein, damit der 306 PS starke straßentaugliche Rennwagen auch wirklich was her macht. Trotz des herrlichen Fahrvergnügens, nicht ein jeder ist der geborene Rennfahrer und so gab es den einen oder anderen Hobby-Racer, der wegen der vollkommen ausreichenden Power des Wagens vergaß, die Feststellbremse zu lösen und damit den hinteren Bremsen und Achsen einiges an Schmerzen verursachte. Vom GT350H wurden nur 1.001 Stück produziert und aufgrund von ungeübten Rennfahrern wie Bobby sind die Hertz-Modelle, die noch gut erhalten und im Original-Zustand sind, heute bei Sammlern ein kleines Vermögen wert.

Tja, mit Behalten wird es bei Summen zwischen 200.000 und 350.000 Dollar wohl eher nichts.

Get social guys… ich bin da ja flexibel

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Greetings from Sunny Southern California,
Pacey

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