Kulturtechnik Autofahren vor dem Aus?

Toyota Concept-i: Skynet lässt grüßen

Neben vielen anderen präsentierte auch Toyota die digitalen Bedien-Konzepte der Zukunft und ihre Vorstellung von künstlicher Intelligenz während der CES 2017 in Las Vegas Anfang Januar. Doch was heißt das jetzt für uns oder gar die Generation, die im Moment noch in den Windeln steckt?

Kommentar von Patrizia Zernatto

“My own prediction is that kids born today will never get to drive a car,” so Henrik Christensen, der Leider des UC San Diego’s Contextual Robotics Institute und anerkannter Georgia Tech-Ingenieur.

Ein vollkommen unrealistisches Statement… oder etwa doch nicht?

“Autonomous, driverless cars are 10, 15 years out. All the automotive companies–Daimler, GM, Ford–are saying that within five years they will have autonomous, driverless cars on the road.” Auch Elon Musk, Teslas Oberhaupt, unterstützt Christensens Behauptungen vehement, denn schon dieses Jahr verspricht der kalifornische Elektro-Konzern das erste vollkommen autonome Vehikel. Laut Christensen werden wir in 20 Jahren keine Autos mehr besitzen, sondern nur den Services des Fahrens in Anspruch nehmen.

Für viele von uns, die mit dem Automobil als regelrechtem Familienmitglied aufgewachsen sind, ist dieser Gedanke schwer nachzuvollziehen. Doch in der Geschwindigkeit, in welcher sich die technischen Errungenschaften im Moment fortbewegen, ist es ohnehin kaum möglich, noch Schritt zu halten – warum also nicht Yui ans Steuer lassen?

Yui ist die “Siri” von Toyota. Der virtuelle Assistent kümmert sich im Concept-i nicht nur um den Fahrer, sondern lernt gleichzeitig auch von ihm. Die Japaner erweckten damit ihre Idee eines ständigen Gefährten zum Leben, der eine nahezu menschliche Beziehung zu Fahrer bzw. den Insassen aufbauen soll und seine Bedürfnisse ermitteln kann. Das erreicht man durch ein größtenteils vollautomatisiertes Fahrzeug, dass die Umgebung durch Sensoren und Projektionsflächen in den Innenraum projiziert (kein toter Winkel mehr) und sogar mit seiner Umwelt kommuniziert. Auf der Karosserie des Concept-i befinden sich Anzeigeflächen, die anderen Verkehrsteilnehmern Informationen zukommen lassen – wie etwa, ob das Auto gerade autonom oder manuell gesteuert wird.

Als kurzes Praxisbeispiel: Man macht sich im morgendlichen Wahnsinn auf den Weg zur Arbeit. Für viele Großstadtmenschen bedeutete das lähmende Wartezeiten an den roten Ampeln und Staus durch Verkehrsüberlastung. In unserem Fall heißt das Stop-and-Go Verkehr auf der Südosttangente und dann noch ein nervenraubender Weg durch die Wiener Innenstadt. Ein Traum.

Aber auch für Pendler, die sich früh morgens und noch ordentlich müde auf eine lange Überlandstrecke machen müssen, ist das kein Spaß. Wenn man dann jemanden wie die (den?) lieben Yui an seiner Seite bzw. im Armaturenbrett hätte, dann könnte man die Zeit wertvoller nutzen. Wäre doch nicht so unpraktisch, oder?

Andererseits fällt es vielen Fahrern bereits jetzt schwer, die Geschwindigkeitsregelanlage (Tempomat, Cruise Control, wie auch immer man es nennen möchte) ran zu lassen, da sie sich dann “außer Kontrolle” fühlen.

Tja, ein wenig unheimlich erscheint das alles schon noch, doch wer die 80er noch miterlebt und seine Lektion aus den Bildungsfilmen Terminator eins bis drei gelernt hat, der weiß ohnehin, dass „Skynet“ nur eine Frage der Zeit ist…

Photo & Video Credit: Toyota USA