Muscle Car mit Allradantrieb

Vier gewinnt: Dodge Challenger GT AWD

Ein Muscle Car mit Allradantrieb? Niemals! Was kommt als nächstes, ein selbst einparkendes Auto? Dürfen wir vorstellen, der 2017er Dodge Challenger GT AWD.

by Patrizia Zernatto

Ein neues Jahr, ein neuer Anfang – das gilt auch für den Muscle-Car-Markt. Der Dodge Challenger GT AWD mit Allradantrieb feiert seinen Start am amerikanischen Markt und spaltet damit die Fangemeinde.

Der typische Muscle Car Fahrer zeichnet sich nicht nur durch seine Vorliebe für starke Motoren und brachiale Formen aus, sondern steht vor allem auf die treibende Kraft der Hinterräder. Der Dodge Challenger GT AWD “enttäuscht” hier gleich doppelt, denn er kommt nicht nur mit Allrad, sondern lediglich mit einem 3,6 Liter V6 Sauger. Hierzulande klingen 309 PS und 363 Newtonmeter maximales Drehmoment eigentlich ganz ordentlich, aber in den mit Pferdestärken verwöhnten USA sieht das (noch immer) ein wenig anders aus. Allerdings verspricht Dodge trotzdem erheblichen Fahrspaß und da sich die Achtgangautomatik über Schaltpaddel bei Lust und Laune auch manuell betätigen lässt, kann der zweitürige AWD-Ami seine Stärken besonders im Schnee, auf Eis oder anderen rutschigen Untergründen in Szene setzen.

Erst wenn die Hinterräder keinen Halt mehr finden, wird die Vorderachse zugeschaltet und der Allrad entfaltet seine Vorteile. Wer jedoch jetzt Angst hat, dass das filmreife Driften damit zu kurz kommt, der irrt, denn das ESP des Challengers ist dreistufig unterteilt und lässt sich zum Querstellen auch einfach ausschalten.

Reifentechnisch würden wir in den Wintermonaten in Mitteleuropa wohl ein wenig nachbessern müssen, denn standardmäßig kommt der knapp 35.000 US-Dollar teure Challenger GT AWD zwar mit stattlichen 19-Zöllern, allerdings nur mit P235/55R19 Ganzjahresreifen. Die sind zwar vollkommen legal, allerdings kann man damit Winterreifen nicht wirklich ersetzen. Mehr dazu hier.

Zurück nach Amerika: Die Produktion hat bereits gestartet und die ersten Bestellungen sind bei Dodge auch schon hereingeflattert, allerdings scheiden sich nach wie vor die Geister auf den diversen Challenger Blogs und Muscle Car Foren. Die AWD Variante unterscheidet sich optisch nicht zum herkömmlichen GT und auch die optionalen Ausstattungspakete, wie das GT Interior Package, sind zu haben. Selbst die Rückfahrkamera und die Nebelleuchten sind inklusive, warum also die ganze Diskussion? Reine Glaubensfrage. Gleich wie bei der uralten Leier – Diesel oder Benziner – wird es immer die “wahren” Muscle Car Fans geben, die sich niemals einen Allrad unter den Sitz schnallen würden, schon gar keinen Sechszylinder. Dann gibt es aber noch die Amerikaner, die nicht gerade in Kalifornien oder Florida zuhause sind und ihren Challenger auch gerne im Winter fahren würden. Für die ist anscheinend sogar der (minimale) Mehrverbrauch von nun 13,1 statt 12,3 Liter innerorts und 8,7 statt 7,8 Liter auf der Autobahn vertretbar. So ganz unter uns, für ein 300 PS Auto können sich selbst die angeschwollenen Werte sehen lassen.

Erst im Laufe dieses Jahres werden wir sehen, wie gut der Allrad wirklich ankommt und ob einige der eingefleischten Fans vielleicht doch noch ihre Meinung ändern.

Photo & Video Credit: Dodge