Volkswagen Polo

VW Polo – Großer kleiner Bruder

VW Polo


Großer kleiner Bruder



VW Polo


Mit Design-Retuschen an Gesicht und Po fährt der VW Polo auch technisch aktualisiert in die Zukunft.

von Gregor Josel

Der Polo, der ewige kleine Bruder des Golf, hat zwar schon vor geraumer Zeit das Image des Spartaners abgelegt – spätestens mit dem Modellwechsel von 2005 –, sparsamer mit Technik und Ausstattung ist VW dennoch mit ihm umgegangen. Das soll sich mit der aktuellen Überarbeitung gründlich ändern. Am Vorabend seines 40-Jahr-Jubiläums, das er 2015 feiern wird, haben ihn die Wolfsburger optisch ein wenig, technisch gründlich aufpoliert. Auch wenn der Ahnvater aus der Zeichenfeder von niemand Geringerem als Giorgio Giugiaro stammte – und die jetzige Optik Walter de Silva zuzuschreiben ist –, haftet dem Polo sein Bravheits- Image nach wie vor ein wenig an. Um dem gegenzusteuern, wurde jetzt an Front- und Heckdesign nachgeschärft. Karosserieseitig blieb es bei dem, was VW 2009 auf die Räder gestellt hatte. Im Interieur kommen neue Farben und Stoffe zum Einsatz; zu diesen Äußerlichkeiten addierten die Wolfsburger – erstmals für den Kleinen – eine Option auf ein Sportfahrwerk (Sport Select). Das regelt auf Tastendruck zwischen komfortabler und sportlicher Dämpfer- Abstimmung. Für präzise Linienführung und Entkopplung von Fahrbahnunebenheiten sorgt eine neue elektromechanische Lenkung. Der Polo hat sich seit seinem Modellstart 1975 zum vierzehnfachen Millionär gemausert.

Ein echter VW

Das adelt ihn laut VW-Marketingabteilung zum „echten Volkswagen“, der sich im Laufe seiner Karriere vom reinen Drei- zum Auch-Fünftürer gewandelt hat (zeitweilig gab’s ebenso eine Kombi-Variante) und der auf Erfolgskurs mindestens bleiben soll. Im Zentrum der Polo-Bearbeitung jedoch standen die Motoren beziehungsweise deren Fitness für die kommende Euro 6-Abgasnorm. Das Aggregate-Programm wurde demzufolge komplett ausgetauscht. Damit will VW eine Verbrauchsreduzierung um 21% erreichen. Konkret sollen diesen Anspruch zwei Benziner und ein Diesel erfüllen. Erstere leisten als 1,0 l-Dreizylinder-MPI (indirekte Einspritzung) 60 oder 75 PS, als 1,2 l-Vierzylinder-TSI (Direkteinspritzung) 90 oder 110 PS. Die Diesel-Fraktion ist mit einem 1,2 l-Dreizylinder-TDI vertreten, der wahlweise 75 oder 90 PS leistet. Nicht nur einen schärferen Look und ein knackigeres Fahrwerk hat VW dem Polo spendiert; man hat auch tief ins Regal der Komfortund Assistenz-Elektronik gegriffen. Es sind nun, gegen Aufpreis, LED-Scheinwerfer zu haben. Oder ein Infotainment-System, das von Soundstreaming (via Bluetooth) bis Navigation alle Stückeln spielt. Dabei darf auch das Smartphone mitspielen, „MirrorLink“ hat man die Möglichkeit genannt, iPhone & Co in den Polo zu integrieren.

Appy!

Dazu gibt‘s VW-eigene Apps. Das mögliche Assistenten- Aufgebot umfasst: Automatische Distanzregelung (ACC), Umfeldbeobachtungssystem Front Assist, City-Notbremsfunktion, Multikollisionsbremse und Müdigkeitserkennung. Der Termin für die offizielle Markteinführung ist der 9. Mai. Zum Start steht er in den Motorisierungen 1.0 (60 und 75 PS), 1.2 TSI (90 und 110 PS) sowie 1,4 TDI (75 und 90 PS) zur Auswahl. Die Preistabelle beginnt bei 13.390 €. Das ist der Preis für den 60-PSigen dreitürigen 1.0 Trendline mit manuellem Fünfgang-Schaltgetriebe. Später nachgereicht werden die Versionen BlueMotion (TDI und TSI), der robust angelegte Cross, der Blue GT (mit 150 PS) und der GTI (mit 192 PS).

Der neue Volkswagen Golf Variant

VW Golf Variant – Scharfe Front, langer Nachhall

VW Golf Variant


Scharfe Front, langer Nachhall





Der Golf als schicker Dynamiker mit einem nicht zu unterschätzenden Extra an Kofferraum.

von Greg Josel

Wenn‘s um den Klassenprimus geht, lässt sich VW nicht lumpen. Das Golf-Portfolio ist, rechtzeitig zum 40. Geburtstag des Parade-Volkswagens, prall und opulent gefüllt. Vom Brot-und Butter-Modell über den GTD bis hin zum ultrascharfen Golf R ist der Kompakt-Dauerbrenner in jeder nur erdenklichen Konfiguration zu haben. Speziell der Variant getaufte Kombi erfreut sich hierzulande traditionell großer Beliebtheit und wir haben uns den neuen Golf Variant in der Flaggschiffversion mit 150 PS, DSG und so ziemlich jedem Schnickschnack aus der Extras-Liste angesehen.

Optisch agil

Optisch zeigt sich der neue Golf Variant agiler denn je. Der neue Lademeister verfügt über die gleiche Frontoptik wie das Standard-Modell, die ja ebenfalls deutlich dynamischer gestaltet wurde. Viel deutlicher wird das frische Design dann allerdings ab der B-Säule. Gezielte Modifikationen, scharfe, aber fließende Kanten und deutlich mehr Selbstbewusstsein prägen die Silhouette des neuen Golf Variant. Generell wurde der Golf breiter und niedriger, das verleiht dem Fahrzeug speziell als Kombi eine bullig-sportliche Note. Erstmals verfügt der neue Variant nun über geteilte Heckleuchten und tut es damit den Konkurrenten à la Ford Fiesta oder Opel Astra gleich. Im Heck des Golf finden bis zu 1.620 l Platz. Der Testgolf kommt in der Ausstattungslinie „Sky“ und bietet damit eine üppige Ausstattungsliste, bei der man nahezu nichts missen muss, was Komfort und Sicherheit bringt. Von feschen Alufelgen über Pianolack-Dekoreinlagen, Lordosen- Stützen, anklappende Außenspiegel, mehrfarbiges Display in der Tachoeinheit, Panoramadach, Regensensor oder Xenonscheinwerfer hat der Golf in dieser Variante alles mit an Bord, was das Leben schöner macht. Zusätzlich ist der Variant noch mit dem Komfort- und dem Mediapaket ausgerüstet, das eine Zweizonenklimaanlage, den automatischen Parkpiloten und auch zahlreiche Multimediafeatures beinhaltet, ausgestattet. Eine besonders feine Sache ist der Parkassistent, der für überschaubare 752,50 € den Parkvorgang komplett übernimmt. Man muss nur noch den Vor- und Rückwärtsgang einlegen und leicht von der Bremse gehen; das Lenken übernimmt das System und parkt den Golf in jeder passenden Parklücke perfekt ein.

Sportliche Kombination

Eine Klasse für sich ist die Kombination aus 150 PS starken 2,0 TDI-Motor und dem Sechsgang DSG-Getriebe. Sportlich und gleichzeitig sparsam gibt sich diese Kombination, einzig beim Kaltstart macht sich der Dieselmotor als solcher kurz bemerkbar. Der Durchschnittsverbrauch für den Golf Variant mit 150 PS und DSG lag im Testdurchschnitt bei rund 6,2 l auf 100 km.