Fords Weather Factory

Das Klimawindkanal-Zentrum von Ford

Fords neue Wetterfabrik

Hier wird Klima gemacht – von Ford



Das neue Klimawindkanal-Zentrum von Ford in Köln vereint auf einer Grundfläche von 5.500 Quadratmetern die neuesten verfügbaren Technologien und macht dort damit auch Tests auf mehr als 5.000 Metern Höhe möglich.

by Patrizia Zernatto

Close to reality-Simulation: In Köln befindet sich das derzeit modernste Klimawindkanal-Zentrum der gesamten Automobilindustrie (sagt Ford), und Ford hat hier das Sagen. Auf der Fläche eines Fußballfeldes befinden sich zwei große Klimawindkanäle, ein Höhenlabor und vier weitere Testkammern. Damit sind die Ingenieure in der Lage, Höhenlagen von bis zu 5.200 Meter über dem Meeresspiegel, Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h, Temperaturen von minus 40 bis plus 55 Grad Celsius sowie eine Luftfeuchtigkeit von 10 bis 95 Prozent zu simulieren. Das macht dieses Werk zum kältesten und gleichzeitig wärmsten Ort Mitteleuropas. Das Klimawindkanal-Zentrum verfügt über wesentlich größere Kapazitäten als andere Anlagen, und es ist obendrein noch energieeffizienter.



„Mit dem Investment in das künftig weltweit führende Klimawindkanal-Zentrum unterstreicht Ford erneut sein immerwährendes Engagement, stetig in die modernsten Technologien zur Fahrzeugprüfung zu investieren, um unseren Kunden erstklassige Fahrzeuge der höchsten Qualität zu bieten. Rund 50 Prozent unserer Fahrzeuge verkaufen wir mittlerweile weltweit in Regionen, die mehr als 1.000 Meter über dem Meeresspiegel liegen“, so Barb Samardzich, der Chief Operating Officer von Ford Europa.





„Damit sind wir in der Automobilindustrie weltweit die absoluten Spitzenreiter – um nicht zu sagen ‚Eine Idee weiter‘ – und bieten unseren Kunden in allen Höhenlagen erstklassige Qualität“, sagte Bernhard Mattes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH.



Photo & Video Credit: Ford Europe

ClassonHelm

Classon, der smarte Fahrradhelm der Zukunft

Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Classon: Smarter Fahrradhelm



Könnte der Classon Fahrradhelm zum Innovations-Highlight des Jahres werden? Eine junge Startup Firma aus Amerika möchte mit dem smarten Helm nun den Markt erobern und die Sicherheit für Fahrradfahrer im Straßenverkehr verbessern.

by Patrizia Zernatto

Im Moment befindet sich der Fahrradhelm namens Classon noch im Finanzierungsstadium, allerdings sollte das durch zahlreiche Kickstarter-Unterstützer kein Problem mehr sein.

Wer wird Mitglied im „Classon Club”?

Aber worum geht es hier genau: Durch zahlreiche Sensoren und LED-Einheiten wird der Helm nicht nur sicher, sondern auch smart. So erkennt Classon auftauchende Autos oder andere Verkehrsteilnehmer, die vom Radfahrer im toten Winkel meist nicht gesehen werden und wird durch aufblinkende LED-Indikatoren am unteren Rand des Schirms darauf hingewiesen. Bewegungssensoren sorgen dazu für ein automatisches Aufblinken der LEDs um einen Abbiegevorgang anzuzeigen. Die typische Handbewegung zum Richtungsanzeigen führt dazu, dass der Helm anfängt zu blinken. Beim Bremsvorgang wird das Bremslicht durch einen eingebauten Beschleunigungssensor aktiviert.

Der Helm kann darüber hinaus auch mit dem Smartphone gekoppelt und so zur Navigation verwendet werden. Die Richtungsanweisungen der App werden über Lichtsignale umgewandelt und weisen den Fahrer sicher ans Ziel. Ein paar Mankos gibt es allerdings, denn die Batterie hält nur etwa 2,5 Stunden und muss somit von Vielfahrern täglich aufgeladen werden. Außerdem muss man Mitglied im „Classon Club“ werden und jährlich 100 US-Dollar zahlen, um alle Funktionen des Helms nutzen zu können.

Ab etwa 100 US-Dollar (exklusive Mitgliedschaft) kann man noch vor dem offiziellen Start ein Exemplar des Classon Fahrradhelms erstehen oder man wartet, bis er zum angestrebten Preis von 299 US-Dollar in die Läden kommt.

Video Credit: BROOKLYNESS

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Soundracer X: Motorengeräusch-Gadget

Shut up and take my money!

Soundracer X: Das Motorgeräuschgadget

Text: Maximilian Barcelli



Wir kommen hin und wieder in den Genuss, Sportwagen zu fahren, deren Gebrüll die Ohren auf angenehme Weise betäubt. Sein Eigen nennen kann man solche Autos in der Regel nicht. Nach Terminen wie dem Porsche Dynamic Drive oder dem BMW Winter Test Drive kommt einem das eigene Fahrzeug oft sehr trostlos vor. Man fragt sich dann immer wieder: Wo ist mein Head-Up Display? Wieso wird mein Gesäß nicht erwärmt und mein Rücken nicht angemessen massiert? Wo ist der Fahrspaß hin, den ich vor ein paar Stunden mit dem BMW i8 im Schnee hatte?

Und zu guter Letzt: Was ist mit dem bestialischen Porsche-Carrera-Sound passiert?

Der Soundracer X bietet eine – manchen wohl fragwürdig scheinende – Lösung an. Das Gerät in den Zigarettenanzünder gesteckt und auf eine freie Radiofrequenz gestellt, schon kann der Spaß losgehen. Ob die feinen Klänge eines Lamborghini V10 oder Ferrari V12 Motor aus euren Soundanlagen schallen, bleibt ganz euch überlassen. Der Soundracer X orientiert sich dabei an der Drehzahl des Motors, was dem ganzen noch eine reale Würze verleiht. Man steigt also aufs Gaspedal und statt dem bekannten Motorgeräusch des eigenen Fahrzeuges ertönt zum Beispiel ein angsteinflößender V8 Sound. Aber da Bilder ja mehr als tausend Worte und Videos mehr als tausend Bilder sagen, seht und urteilt selbst.


Design Sketch

Audi Q8 concept: Vorfreude auf 2017

Audi Q8 concept

Größer geht immer



Landtagsabgeordneter Lois X., seines Zeichens Großhotelier und passionierter Jägersmann, fährt natürlich SUV. Das fuhr er schon, als die SUV noch Geländewagen, Puch G, Range Rover oder Nissan Patrol hießen. Die Entwicklung am Automarkt, dass jetzt auch Porsche oder Audi  große Geländewagen bauen, war ihm schon sehr recht. Aber immer noch hat er sich gedacht: Das muss doch größer gehen.

Denn der Lois ist kein Frickler. Der Lois ist ein Hinlanger. Ein Tuarer, kein Lasser, wie man bei ihm daheim sagt. Deshalb gibt es jetzt gute Nachrichten für den Lois. Nachrichten aus Ingolstadt. Wo der Audi Q7 herkommt, auf den der Lois schon ein paarmal einen Seitenblick riskiert hat, aus seinem großen Geländewagen einer anderen Marke heraus.

Audi wird nämlich einen Q8 bauen, sozusagen noch einen draufsetzen auf die große Klasse der derzeit gängigen SUV. Eine neue Speerspitze, so nennen sie ihre Studie des großen SUV mit der Coupélinie, die sie heuer auf der Detroiter Automesse vorstellen werden. Ein „neues Segment für die Oberklasse“ nennen sie es, das g’fällt dem Lois.

Und uns auch. Kommt ja sicher auch als Plug-in Hybrid, wie der Schriftzug „e-tron“ verrät.

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Lauter Jahresrückblick mit Supercars

2016 war das Jahr der Burnouts und Drag-Races

Lauter Jahresrückblick!



An alle Benzin- und Dieselfreunde: Ihr lebt in stürmischen Zeiten (und ich auch). Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch. Es wird bereits spekuliert, ob 2017 nicht das Boomjahr schlecht hin für Tesla und Co. wird. Elektrofahrzeuge haben ja an und für sich nichts Schlechtes an sich. Sie sind umweltfreundlich und noch viel wichtiger: Sie haben eine geile Beschleunigung. Gut, an der Reichweite muss man noch feilen. 2017 ist noch (2 Tage) entfernt und auch wenn es nur noch eine Frage der Zeit ist, blicken wir leidenschaftlich auf ein tolles, treibstoffbetriebenes Jahr zurück. Und das geht nun mal mit einem 1 stündigen Video voller Motorgebrüll und Burnouts, ausgeführt von diversen Supersportwägen, am besten. Viel Spaß!

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Barcelli an Beifahrer

Fünf Beifahrer, die mich in den Wahnsinn treiben

Bitte nicht einsteigen!

Kommentar von Maximilian Barcelli



Uns Autofahrern blühen im Straßenverkehr immer wieder Situationen, die uns den letzten Nerv rauben, uns an den Rand der Verzweiflung und unsere innere Ruhe aus dem Gleichgewicht bringen. Aber Vorsicht! Nicht nur der Radfahrer, der mit Tempo 15 mitten auf der Fahrbahn vor sich hinschlendert, kann den endgültigen Riss des Geduldsfadens bedeuten. Die Gefahr lauert auch im Auto selbst. In Person des Beifahrers nämlich.

Er kann in puncto Navigation und Information ein wichtiger Partner sein, er kann aber auch der Grund für die Depression sein, die uns während der kommoden Zehn-Stunden-Fahrt in die Toskana heimsucht. Wir haben für euch fünf unterschiedliche Beifahrertypen zusammengestellt, die wir alle kennen, auch wenn wir das gar nicht wollen.

Der rauchende Beifahrer: Schaut euch um! Egal ob auf der Südosttangente, am Gürtel oder sonst wo: Wie oft sehen wir immer noch Auto- und/oder Beifahrer, die sich genüsslich eine Zigarette in den Mund stecken und diese verkrampft lässig aus dem Fenster halten, wodurch der Fahrtwind mehr von der Tschick hat als der Raucher selbst! Ein No-Go, wenn ihr mich fragt. Allein schon die Frage, ob man sich in unserem perfekt riechenden Fahrzeug eine genehmigen darf, bringt mich persönlich so sehr zur Weißglut, dass der Zigarettenanzünder ohnehin zu einem nutzlosen Accessoire wird.

Der Besserwisser: Ja, wir wissen wohin wir fahren müssen. Und ja, wir wissen wie schnell man hier eigentlich fahren darf. Und um Gottes Willen ja, wir haben uns gerade verfahren, aber wenn ihr denkt, dass es zu Fuß schneller geht, dann lasst das Nörgeln sein, hechtet im James-Bond-Style aus dem fahrenden Wagen, und adieu!

Der Mittelkonsolenbenutzer: Mein Auto, meine Mittelkonsole. Ist klar, sollte man eigentlich meinen. Traurigerweise ist es jedoch kein Einzelfall, dass sich der liebe Beifahrer an der Mittelkonsole vergeht. Ob der Radiosender, die Lautstärke oder die Klimaanlage auf utopische Temperaturen verstellt wird, ist nebensächlich. Das Hantieren an der Mittelkonsole ist einzig und allein dem Fahrer zu überlassen.

Der Beifahrer mit der kleinen Blase: Das Entleeren der Blase ist ab und zu notwendig, so will es Mutter Natur. Nur: Zu oft sollte es nicht notwendig sein. Harnwegsinfektion lässt grüßen. Es ist nichts Schändliches daran, den Fahrer liebevoll und zärtlich um eine kleine Toilettenpause zu bitten. Liebe Beifahrer, ihr werdet sehen, der Fahrer ist auch nur ein Mensch. Und der Fahrer kann es durchaus verstehen, wenn man mal aufs stille Örtchen muss. Der Fahrer versteht es aber nicht, wenn man auf der Raststation steht und niemand die Möglichkeit zum Toilettenbesuch nutzt. Aber kaum ist man auf die Autobahn aufgefahren, hallt es durch das Auto: „Ich muss aufs Klo“. Aha.

Der schlafende Beifahrer: Hitzige Diskussionen oder Musik, die so laut aus den Boxen dröhnt, dass einem das Blut aus den Ohren hervorquillt, gehören (fahrsicherheitsbedingt) nicht ins Auto. Es geht aber nichts gegen eine angeregte Unterhaltungen, die mit etwas Musik untermalt wird. Eine solche Konversation lässt sich allerdings nur schwer mit schlafenden Menschen führen. Ein Appell an alle Beifahrer: Wir fahren oft genug alleine, manchmal genießen wir es und manchmal wünschen wir uns an unsrem rechten, rechten Platz einen Beifahrer her. Vor allem, wenn das Radioprogramm nichts taugt. Also bleibt wach! Redet mit uns! Es schmeichelt uns zwar, wenn wir anscheinend so sicher fahren, dass man sich problemlos dem Sandmann – damit meine ich nicht Hoffmanns augenausreißendes Monster – überantworten kann. Dennoch, ein gutes Gespräch wäre uns Fahrern (meistens) lieber.

Bevor der werte Beifahrer allerdings raucht, das Radio steuert, verzichtbare Tipps gibt oder wieder mal die Toilette aufsuchen muss, soll er lieber schlafen.

Denn sonst könnte Folgendes passieren:


Reifentest

Reifentest! Winter-, Sommer- oder Ganzjahresreifen?

Guten Rutsch!

Winter-, Sommer- oder Ganzjahresreifen?



by Patrizia Zernatto

Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit sind die richtigen Reifen das Um und Auf für eine sichere Fahrt. Doch wo liegt eigentlich der Unterschied? Reichen Ganzjahresreifen wirklich aus? Tire Rack machte den Test.

Bremstest

Selbst mit wenig Fahrerfahrung sollte man beim Fahren einen Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen feststellen können. Umsonst wechselt man die Räder ja nicht. Doch erst beim Test auf spiegelglatter Fahrbahn oder, wie beim Video der Fall, auf einem Eislaufplatz mit einer Reihe BMW 3er sieht man die Auswirkungen einer Notbremsung selbst bei geringen Geschwindigkeiten schwarz auf weiß … ähm … Eis.

Video Credit: Tire Rack


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Trabant: Ostalgie pur

Trabant checken auf Autoscout

Ostalgie pur

Text: Maximilian Barcelli



Wie wir bereits wissen, erwartet uns 2017 erneut ein spannendes Autojahr. Technologien werden in einem rasanten Tempo immer innovativer. Das Gefühl, ein echtes Fahrzeug zu lenken, rückt immer weiter in den Hintergrund. Autonomes Fahren, adaptive Tempomaten, Spurhalte-Assistenzsysteme nehmen uns Lenkern die Arbeit ab, ob wir wollen oder nicht.

Für all diejenigen, die nicht so begeistert hinsichtlich der Technik von morgen sind, bietet sich ein Nachweihnachtsgeschenk à la Trabant an. Den gibt es schon ab etwa 1.000 Euro beim ungarischen Privatverkäufer eures Vertrauens! Darum kriegt man, glaube ich, noch nicht einmal ein iPhone 9. Und ich glaube weiterhin kaum, dass ein Smarttelefon uns dermaßen stilvoll und klassisch von A nach B bringt wie ein etwa 20 PS starker Trabant P601.

http://www.autoscout24.at/auto/trabant/

Eines sei gesagt: Mehr taktiler Input als am Steuer eines Trabi ist beim Autofahren kaum möglich! Wer allerdings weder auf richtiges Fahrgefühl noch auf Innovation verzichten will, muss sich leider noch in Geduld üben. Das Concept Car Trabant nT auf den Bildern zu diesem Artikel wurde zwar schon 2009 veröffentlicht, die Produktion steht (leider) immer noch aus. Bedauerlicherweise wurde es um den Trabant der nächsten Generation sehr ruhig.

Aber wer weiß, vielleicht versöhnt uns das Jahr 2017 mit einem gerüttelt Maß Ostalgie, und wir cruisen bald mit einem neuen Trabi durch die Stadt (Leip’zschsch).

Man wird ja wohl noch träumen dürfen.



Und hier als Bonusmaterial zum Artikel noch ein Video mit stilecht durchgeführten fahrdynamischen Experimenten in einem Trabant. Viel Vergnügen!


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Ogier im Ford M-Sport Fiesta WRC

Vierfacher Weltmeister 2017 im Ford M-Sport Fiesta WRC

Sébastien Ogiers neues Auto

Der vierfache Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier hat vor kurzem einen neuen Vertrag beim Team M-Sport unterzeichnet und wird 2017 in einem Ford Fiesta WRC an den Start gehen. Hier erste Bilder und ein Video.



Ogier, der zuletzt gemeinsam mit Copilot Julien Ingrassia viermal hintereinander die WM für sich entschieden hat, sah sich am Ende der letzten Saison ohne Team, da Volkswagen ja den Ausstieg aus der WRC bekannt gegeben hat.

Hier nun die ersten Fotos von Sebs neuem Auto – das er natürlich bereits testen konnte. Nach ausgiebiger Fahrerei in Wales sieht er sich und sein neues Auto für die Rallye Monte Carlo im Jänner gerüstet. „Unser Ziel ist das oberste Treppchen“, so der Franzose selbstbewusst.

Und auch sein neuer Chef, Malcolm Wilson, steckt die Ziele hoch: „Wir fahren mit der Nummer eins an der Tür nach Monte, wir haben uns sehr angestrengt, Seb und Julien zu als Fahrer zu bekommen. Wir alle sind überzeugt, dass der Ford Fiesta WRC das beste Auto ist, mit dem die beiden ihren Titel verteidigen können.“

Na, wenn das keine Ansage ist. Die Rallye Monte Carlo startet am 16. Januar.



Medien/Quelle: M-Sport/Red Bull Content Pool

AUFMACHER Renault Zoe 40 weiß Front 1

Renault Zoë Z.E. 40

Renault Zoë Z.E. 40


Lautlos durch die Nacht





Dem Anti-Argument der mageren Elektroauto-Reichweite nimmt die Rhombus-Marke weiter Wind aus den Segeln: Der Akku des Renault Zoë Z.E. 40 ist mit 41 kW/h fast doppelt so kapazitiv, theoretisch sind 400, praktisch 300 Kilometer machbar.

Text: Beatrix Keckeis-Hiller
Fotos: Renault

Der Plan war gut und verlockend: Im Spätherbst noch einmal Sonne genießen und Meerluft schnuppern, an der Atlantikküste Portugals, nördlich von Lissabon. Konkret ging es darum, mit dem Elektriker Renault Zoë Z.E. 40 eine Landpartie über die Dörfer zu fahren, gut 150 Kilometer weit und abwechslungsreich. Eine Streckenlänge, die bei aktuellen Strommodellen unter bestimmten Bedingungen schon ein wenig für Herzklopfen sorgen könnte: Geht sich das mit der Reichweite überhaupt aus?





Es sollte so sein, mit dem Rhombus-Stromer der 2017er-Generation: Man hat ihm die Batterie gestärkt. Durch Energieverdichtung hat Renault die Kapazität von 22 kW/h auf fast das Doppelte, auf 41 kW/h gepusht und damit rein rechnerisch – auf Basis des NEFZ (Neuer Europäischer Fahr-Zyklus) – die bisher theoretisch machbare Reichweite von 240 auf 400 Kilometer verlängert. In der energieeffizient gestalteten Praxis geben die Franzosen 300 Kilometer an. Und das sollte, zur Hälfte, auf dem Weg von Lissabon zum Golf von Obidòs zu erfahren sein.





Verspätet durch die Nacht

Wie gesagt: Der Plan war gut. Auch die Wetterbedingungen. Es war aber nicht dass einzige Mal in diesem Herbst, dass die Lufthansa dem einen Strich durch die Rechnung machte. Bummeln statt streiken hieß offenbar die Devise, und so kam es, dass sich auf die Reise von Wien nach Lissabon um drei Mehr-Stunden in die Länge zog und damit die Ankunft vom hellen Nachmittag in die Abenddämmerung verschob. Somit war das mehrstündige Am-Atlantik-entlang-Bummeln abgesagt, dafür war maximal eineinhalbstündiges Durch-die-Finsternis-Glühen angesagt. Eh nur 110 Kilometer weit.





Das machte zwar die Hoffnung auf Sonne- & Meer-Genuss zunichte, gewährte aber tiefe Einblicke in die Rush Hour-Gepflogenheiten à la Lissabon. Wie überall im Süden lösen sich bei zunehmender Verkehrsdichte Bodenmarkierungen und Manieren auf. Die Agilität und Antrittsstärke des E-Franzosen macht sich beim Ausnützen von Lücken bestens bezahlt, die Bremsschärfe ebenso. Dabei rekuperiert der Elektriker fleißig und retourniert einen Gutteil der verbrauchten Energie ans System. Wieviel, das war nicht ablesbar: Die Renault-Leute hatten die Verbrauchsanzeige überklebt. Das Pickerl runterzukletzeln, dazu war keine Zeit, im abendliche Stau-Infight. Dass der Zoë so gut wie lautlos durchs Verkehrsgewühl pflügt, fiel fürs erste niemandem auf. Uns nicht und den Kontrahenten erst recht nicht.





Nach teils erbitterten Positionskämpfen und zähem Gezockel angesichts unzähliger beblitzter 30-km-h-Zonen war doppelt forcierte Eile angesagt. Irgendwann war dann endlich die Autobahn da und die Chance, verlorene Zeit wieder gutzumachen. Was wir bis zum Gas-, pardon Strompedal-Anschlag ausnützten. Es regelt ja die Elektronik den Vortrieb bei 135 km/h ab. Der digitalen Tacho-Anzeige konnten wir 141 km/h entlocken. Dann war Schluss.





Auf den letzten rund fünfzehn Kilometern zum Golf von Obidòs begleitete der fast volle Mond das einsame Landstraßen-Geschlängel. Ein bisschen zu diesig war’s, um die nicht ganz überzeugenden Leuchtkraft der Zoë-Scheinwerfer auszugleichen. Die sparsame Lichtausbeute der Frontlicht-Schlitze erhöhte das Gefühl der fast schon unheimlichen Stille. Denn um nur ja keine Abzweigung zu verpassen ging’s in sehr beschaulichem Tempo dahin. Wir haben auch den einen oder anderen streunenden Hund überrascht. Für den dürfte der Motorengeräusch-Ersatz – ein permanentes elektronisch generiertes hinterfotziges Klingeln – vom atlantischen Nachtwind verweht worden sein.





Überhaupt kann der Rhombus-Elektriker mit einem beachtlichen Repertoire an elektronischen Warngeräuschen aufwarten. Fährt man seiner Meinung nach zu schnell, wird man mit einem Trommelwirbel bestraft. Nähert sich ein vermeintliches Hindernis, dann wird anhaltend gepiepst. Und so weiter und so fort. Das kann man aber alles – noch – wegschalten, denn wenn schon denn schon ziehen wir es vor, (nahezu) völlig lautlos durch die Nacht zu gleiten.





Das mit dem nicht ganz ausreichend leistungsfähigem Licht sollte nicht dem Stromhaushalts-Gedanken zuzuschreiben sein. Eher der Tatsache, dass die Leuchteinheiten der in Portugal getesteten Zoës noch nicht ganz auf nächtliche Überlandfahrten adaptiert waren. Darüber hinaus wird im Zoë auf allen Ebenen mit elektrischer Energie hausgehalten. Auch beim Parken: Anachronistisch erscheint, Energie sparend ist anstelle einer elektronischen Parkbremse der konventionelle mechanische Handbremshebel .





Den zogen wir nach eineinhalb Stunden Fahrt plangemäß auf dem Parkplatz an. Und lüfteten das Geheimnis des Stromverbrauchs. Mit einem überraschenden Ergebnis. Trotz gut einer halben Stunde durchgehender Vollgas-/Strom-Fahrt hätten wir nochmals 110 Kilometer bei gleicher Fahrweise geschafft. Andere Kollegen haben es rechnerisch ohne übertriebene Energiehaushalts-Bereitschaft auf das Dreifache gebracht. Was die Praxis-Angabe von 300 Kilometern glaubwürdig macht. Allerdings unter südeuropäischen Bedingungen ohne Schnee und Eis und Temperaturen weit unter null.





Lukrative Angebote vom Händler und vom Staat

Was am Zoë außer dem Energie-verdichteten Akku – und neuen Austattungsdetails wie Ledermöblierung und BOSE-Sound – sonst noch neu ist: Man kann die Batterie jetzt auch kaufen, bisher waren nur diverse Varianten von Mieten angeboten worden. Das Komplett-Paket mit 41 kW/h-Akku kostet ab 32.190 Euro. Ohne Energiespeicher-Kauf kommt die verlängerte Reichweite auf ab 24.690 Euro. Die 22 kW/h-Versionen werden nach wie vor angeboten, für ab 22.190 ohne und 29.690 Euro mit Akku. Nachrüstbar mit stärkerer Batterie sind einige Versionen. Anwendbar auf alle ist die von der Regierung in Aussicht gestellte Förderung von 4.300 Euro pro E-Auto, auch für private Käufer. Fehlt dann nur noch ein praktikables Angebot an Ladestationen, nicht nur in Wien.